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JEAN LEÓN - DIE PERSON
Der Autorenwein ‘Jean León’ ist die Krönung des Lebens eines Mannes, dessen spannende Biografie im Jahre 1928 beginnt. Jean León kam in Santander, im Norden Spaniens zur Welt und sein wahrer Name war Ceferino Carrión.

Seine Kindheit war hart und voller Pech. Im Jahre 1941 machte der tragische Stadtbrand in Santander das Haus und die Besitztümer der Familie Carrión zu Asche. Aufgrund dessen sahen sie sich gezwungen in die aufstrebende Stadt Barcelona zu ziehen. Aber die Pechsträhne hörte nicht auf: am 1. Juli des gleichen Jahres kamen der Vater von Ceferino und dessen älterer Bruder auf hoher See um’s Leben: das Schiff, auf dem sie arbeiteten wurde irrtümlicher Weise von einem Torpedo getroffen.

Ungeachtet dessen und trotz der Schläge, die ihm das Leben versetzte, war es stets ein Traum des jungen Ceferino zu reisen und die Welt kennen zu lernen. Und so begann er mit 19 Jahren, nur mit einem Koffer und etwas Geld im Gepäck eine lange und schwierige Reise, die ihn zuerst nach Paris und anschließend, als blinder Passagier auf einem Handelsschiff, nach New York führen sollte.

Jean León 40er Jahre

New York und die Armee

Wenige Stunden nachdem er in New York angekommen war, arbeitete er bereits für 4 $ pro Tag als Tellerwäscher in einem Club im Rockefeller Center. Doch erneut musste er seine Reise aufnehmen, da er befürchtete ohne Ausweispapiere von der Polizei festgenommen und nach Spanien zurückgeschickt zu werden. Ceferino durchkreuzte die Vereinigten Staaten von Osten nach Westen und kam in der Stadt an, in der sich sein Schicksal ändern sollte: Hollywood.

Der Glamour dieses Film- und Schauspielparadieses faszinierte den jungen Carrión. Hier, in der Stadt der Stars war alles möglich, sogar für einen armen Einwanderer wie ihn.

In Entschlossenheit seine Situation zu legalisieren schrieb er sich im Laufe des Korea-Krieges als Freiwilliger in die Armee der Vereinigten Staaten ein. Auf diese Weise bekam er zwei Jahre später die amerikanische Staatsbürgerschaft und genau so, wie es die jungen Schauspieler von damals machten, änderte er seinen Namen. Von nun an hieß er Jean León: ein Name, der gut zu seinem Wagemut und seinem unzähmbaren Charakter passte.

rechts, in der Armee

Das Restaurant und der Partner

Der Zufall wollte es, dass Jean León als Kellner im Villa Capri, einem der damals luxuriösesten Restaurants in Hollywood arbeitete, das unter anderen dem Schauspieler Frank Sinatra und dem bekannten Beisballspieler Joe di Maggio gehörte.

Im Villa Capri freundete er sich bald mit jungen Schauspielern an, die dort in der Hoffnung verkehrten von einem Filmregisseur entdeckt zu werden. Auf diese Weise lernte er unter anderem Schauspielerinnen und Schauspieler wie Natalie Wood, Grace Kelly, Lana Turner, Judy Garland, Debbie Reynolds, die Geschwister PierAngeli oder James Dean kennen.

Aus jenen Zeiten, die in so intensiver Weise gelebt wurden, gibt es jede Menge Anekdoten und Erinnerungen. Tagsüber wurde gedreht und nachts wurde gefeiert. Der Ausklang fand dann stets im Hause des Komponisten Jimmy Van Heusen statt.

Das erste Geschäft von Jean León mit Zukunftsaussichten kam kurz darauf dank seiner Freundschaft zu dem Schauspieler James Dean, der durch seine Filme Jenseits von Eden, Rebell without a cause und Giant bereits zu Ruhm gelangt war.

Der Erfolg ermöglichte es nun James Dean sich mit seinem Freund Jean León zusammen zu tun, um einen gemeinsamen Traum in Erfüllung gehen zu lassen: die Eröffnung des luxuriösesten Restaurants von Hollywood. Das Restaurant hieß “La Scala” und Jean León selbst wählte den Standort in Beverly Hills aus, wo beide zusammen arbeiteten, um wirklich ein Lokal mit Persönlichkeit zu schaffen.

Jean León wurde sehr von dem tragischen und plötzlichen Tod von James Dean getroffen, mit dem er eng befreundet war und der der Taufpate seines Sohnes sein sollte.

Jean León beschloß trotz des Mißgeschicks alleine mit dem Vorhaben weiter zu machen. Er nahm ein Darlehen über 3.500 Dollar auf und am 1. April 1956 eröffnete er im Herzen von Beverly Hills “LA SCALA”.

Innerhalb kurzer Zeit wurde aus diesem kleinen Restaurant der Treffpunkt der damalig berühmten Personen. Berühmte Schauspieler und Regisseure, mächtige Produzenten und einflußreiche Politiker gaben sich an den Tischen von LA SCALA ihr Stelldichein.

In La Scala: von links nach rechts: Tony Franciosa, Zsa Zsa Gabor, Barbara Rush, Pete Rugulo und Jean León

 
Präsidenten, Schauspieler und Schauspielerinnen

Marilyn kam immer sehr früh so gegen 17:30h, zu der Zeit, als La Scala nachmittags aufmachte. Die Schauspielerin nahm immer am Tisch Nr. 14 Platz. Der berühmte Schauspieler Paul Newman kam etwas später gegen 19:30h. Der nervigste Gast war laut Jean León Humphrey Bogart. Nach dem Abendessen lästerte er immer über die Regisseure und Produzenten aus Hollywood. Warren Beatty zog es vor in der Küche zu essen, wenn er alleine kam. Andere Stammgäste waren Fred Astaire, Zsa Zsa Gabor, Tony Franciosa, Marlon Brando, Robert Wagner, Gary Cooper oder David Janson, die immer gerne an den selben Tischen saßen, manchmal sogar in den verstecktesten Winkeln des Lokals, um nicht gesehen zu werden.

Jean León kannte 5 Präsidenten der Vereinigten Staaten, einschließlich Lyndon B. Johnson. 1962 war Richard Nixon in der Nacht bei ihm, als er die Wahlen verlor. Mit Kennedy sprach er oft über Spanien und immer, wenn er in Los Angeles war trafen sie sich. Über Präsident Ford sagte er, dass es der umgänglichste von allen Präsidenten war und mit Ronald Regan teilte er die Leidenschaft für gute Weine.

Der Zufall wollte es auch, dass Jean León wahrscheinlich die Person war, die Marylin Monroe zuletzt lebendig gesehen hatte. In der Nacht des 4. August 1962 rief ihn Marylin an. Sie sagte ihm, dass sie sich nicht wohl fühlte und bat ihn ihr etwas zu Essen nach Brentwood nach Hause zu bringen. Als Jean León dort ankam, sah er, dass Marylin nicht alleine war. Am darauffolgenden Tag wurde sie tot aufgefunden. Alles verstummte. Jean León weigerte sich über die Angelegenheit zu reden, da es sich um eine zu heikle politische Angelegenheit handelte.

Mit der Zeit wurde LA SCALA zu einem Klassiker in Hollywood. Es war der Treffpunkt für Eleganz und Glamour des Mekka des Films. Jean León und seinem Restaurant gelang es seinen Ruhm weiterzugeben und sich in eine Persönlichkeit und einen Ort der berühmtesten Best Seller in Sachen Liebe und Luxus zu verwandeln. Hier sind die Schreiben von Jackie Collins und Judith Krantz hervorzuheben.

Foto mit Widmung von John F. Kennedy

 
Auf der Suche nach dem Land des Weines

Jean León war in Gastronomiekreisen des ganzen Landes bekannt und geschätzt, er hatte jedoch noch Pläne. Bei seinen unzähligen Mittag, Abendessen und Veranstaltungen wählte er den Wein immer sehr sorgfältig aus. Selbst als angesehener Weinkenner beklagte er sich oft, dass es ihm nicht möglich war den seinem Geschmack nach “perfekten” Wein zu finden.

Und dann begann sein zweites großes Abenteuer: Die Kreation eines Weines mit seinem Namen. Ein einzigartiger und ganz spezieller Tropfen, um ihn seinen geschätzten Freunden zu kredenzen. Für ein solches Abenteuer war es notwendig die besten Boden- und Klimaverhältnisse, die besten Reben und letztendlich den besten Bereitungsprozeß ausfindig zu machen. Er reiste durch die ganze Welt auf der Suche nach diesem Land, bis er nach Katalonien kam. Und dort, im Herzen des Penedés fand er den Ort, den er gesucht hatte. Jean León erwarb die derzeitige Liegenschaft, die aus 150 Hektar ton- und kalkhaltiger Erde besteht und entlang einem leichten nach Süden ausgerichteten Abhang liegt.

Anschließend erstand er für sehr viel Geld Rebpröpflinge des Cabernet Sauvignon, Merlot und Chardonnay, die er alle bei bekannten französischen Weingütern wie Château Lafitte-Rothscild, La Lagune und Corton Charlemagne kaufte. Die Winzer staunten nicht schlecht, als er ihnen auftrug die örtlichen Weinstöcke auszureißen und jene unbekannten Sorten anzupflanzen. Auf diese Weise ging Jean León als Pionier in Sachen Anpflanzung nobler Rebsorten in Spanien in die Geschichte ein.

Und letztendlich wurde das Weingut gebaut und Jean León gab seinem Önologen Jaume Rovira vollkommen freie Hand es mit den ultimativen technischen Errungenschaften auszustatten und mit den anspruchvollsten Qualitätskriterien zu arbeiten.

Sowohl heute als auch damals ist das Weingut dem Vermächtnis seines Gründers treu. Der Önologe überwacht persönlich die Arbeiten im Weinberg und auf dem Weingut.

Das ist die unglaubliche Geschichte des Jean León: ein junger Idealist, der sich in schwierigen Zeiten den Weg bahnte und seine Träume verwirklicht sah. Die beiden letzten Jahre seines Lebens verbrachte er alleine, von einer schweren Krankheit geplagt auf seinem Boot ” La Scala a Mare”. Dies war seine persönliche Art sich von jener Welt zu verabschieden, die ihm so viele Emotionen beschert hatte.

Heute denken wir immer dann an diesen genialen Mann und rufen uns seine einzigartigen Abenteuer ins Gedächtnis, wenn wir eine Flasche Wein entkorken, die seinen Namen trägt: Jean León.

Jean León und Jaume Rovira, sein Önologe